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Bremer Numismatische Gesellschaft e. V.

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  • Publikationen

Gesellschaft

Vorsitzender:
Dr. Christoph Stadler

28209 Bremen
Parkallee 42
Tel. (0421) 3039395
Fax (0421) 3039564
E-Mail: info[at]bng-bremen.de

Internet: https://www.bng-bremen.de

Sitzung: 

Tausch- und Vortragsabend am 1. Dienstag im Monat 
Ab 2. Januar 2024 werden die Treffen für ca. 3 Jahre stattfinden im:
Oelzweighaus, Kurfürstenallee 8, Bremen,
ab 18 Uhr, Vorträge 19 bis 20 Uhr.

 

Termine

Programm 2026 (externer Link)

 

Tausch- und Vortragsabend am 1. Dienstag im Monat 
Ab 2. Januar 2024 werden die Treffen für ca. 3 Jahre stattfinden im:
Oelzweighaus, Kurfürstenallee 8, Bremen,
ab 18 Uhr, Vorträge 19 bis 20 Uhr.

 

Berichte

Rückblick:

Rückblick 2026

Rückblick 2026

Januar 2026: Mit dem Vortrag „Umbrüche in Spanien, Frankreich und Deutschland (1850-1878), Teil 1“ eröffnete Herr Rüdiger Wisotzky das Jahresprogramm 2026. Im Fokus standen die tiefgreifenden politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Einen besonderen Schwerpunkt bildeten Spanien und Frankreich in der Mitte des 19. Jahrhunderts, deren bewegte Geschichte sich deutlich in der zeitgenössischen Münzprägung widerspiegelt. Anhand ausgewählter Münzen wurden Machtwechsel, technische und wirtschaftliche Entwicklungen anschaulich dargestellt. Die Numismatik erwies sich dabei erneut als aussagekräftige historische Quelle für eine Epoche des Umbruchs.

In der Sitzung im Februar 2026 referierte Herr Dr. Dürr zum Thema „Hasen im Münzbild von der Antike bis zum Mittelalter“. Der Vortrag bot einen fundierten Überblick über die vielfältigen Erscheinungsformen und Bedeutungszuschreibungen des Hasen in der numismatischen Bildsprache und wurde durch zahlreiche Abbildungen von Münzen anschaulich begleitet. Zu Beginn stand eine begriffliche Differenzierung zwischen Hase und Kaninchen, die für das Verständnis der historischen Darstellungen von zentraler Bedeutung ist. Anschließend wurden die bislang frühesten bekannten Hasendarstellungen vorgestellt, darunter Prägungen aus der Zeit des Tyrannen Anaxilas (ca. 500-476v. Chr.), die im Zusammenhang mit dem Kult des Hirtengottes Pan stehen. Vergleichbar frühe Darstellungen finden sich auch auf Karshapanas aus dem Gebiet des heutigen Indien. Ein weiteres Beispiel lieferte ein römischer Denar aus der Regierungszeit Kaiser Hadrians, auf dem der Hase in Bezug zur Provinz Hispania erscheint. In anderen kulturellen Kontexten hingegen symbolisierte der Hase eher Schwäche und Verletzlichkeit. Ober die Numismatik hinaus wurden auch bildliche Darstellungen herangezogen, etwa ein in den Ruinen von Herculaneum entdecktes Gemälde eines an Trauben naschenden Hasen, das als Allegorie auf den Herbst und die reichen Gaben der Natur gedeutet wird. Ergänzend ging der Vortrag auf die antiken Formen der Hasenjagd ein, bei denen unter anderem Lagobolon (Hirtenstab), Speere, Netze und Hunde Verwendung fanden. Ein weiterer thematischer Schwerpunkt lag auf der mythologischen Bedeutung des Hasen in außereuropäischen Kulturen. So erkannten unter anderem Chinesen, Mongolen, Japaner, Koreaner und Azteken in den Strukturen des Mondes die Mondgöttin Change und ihren Begleiter, den Hasen. In späteren Epochen wurde der Hase - ebenso wie die Wachtel - vor allem als Symbol für Fruchtbarkeit und eine große Zahl von Nachkommen verstanden. Abschließend widmete sich Herr Dr. Dürr der Deutung des Hasen im christlich geprägten Europa. Mit der Umdeutung des Gottes Pan zum Teufel geriet auch der Hase zeitweise in den Zusammenhang von Hexereivorstellungen. Demgegenüber stehen Darstellungen der Apostel Petrus und Paulus in Hasengestalt, die sinnbildlich für die schnelle Verbreitung des Evangeliums verstanden wurden. Der Vortrag zeichnete sich durch hohe fachliche Präzision aus und bot den Teilnehmenden vielfältige Anknüpfungspunkte für die anschließende Diskussion.

Ralf Raschkewitz

Rückblick 2025

Rückblick 2025

Die Sitzung der Numismatischen Gesellschaft Bremen e.V. im Dezember 2025 fand im OelzweigHaus in der Kurfürstenallee statt und war gut besucht. In angenehmer Atmosphäre blickten die Mitglieder kurz auf das vergangene Vereinsjahr zurück, bevor der gesellige Teil des Abends begann. Ein vorweihnachtlicher Imbiss mit dem traditionellen Rotweintrunk sorgte für einen stimmungsvollen Rahmen. Besonderer Höhepunkt war erneut die beliebte Versteigerung von Münzen, Medaillen, Zubehör und numismatischer Literatur aus den Reihen der Mitglieder. Wie gewohnt leitete unser Vereinsmitglied Herr Hanfried Bendig die Auktion souverän und humorvoll - ganz nach seinem bekannten Motto: »Wenn das nach Gold aussieht, dann ist es auch Gold." Der rundum gelungene Abend ließ die Vorfreude auf das kommende Vereinsjahr weiter wachsen.

Rückblick 2012

Rückblick 2012

Im Januar 2012 berichtete Frank-Jürgen Hentze, Bremen, über zwei Begriffe in der Numismatik, „Obryzum“ und „Pusulatum“, die ihm beim Besuch des Bode-Museums Berlin auffielen. Beim „Obryzum“ handelt es sich um einen Vorgang der Läuterung des Goldes, beim „Pusulatum“ um einen Vorgang, um den Feingehalt des Silbers zu erhöhen. Mit Hilfe des „Wörterbuchs der Münzkunde“ von Friedrich Freiherr von Schrötter (1930) wurden die genaueren Erläuterungen diskutiert; ebenso die Bedeutung OB und PS auf spätrömischen Münzen.

 

Im Februar sprach Fred Werner, Weyhe, über „Der Niedergang des römischen Münzsystems am Beispiel des Sesterzen“. Der Vortragende zeigte anhand einer Reihe von Beispielen die allmähliche Verschlechterung des Sesterzen zwischen 222 und 260 n. Chr. Münzen diverser Kaiser, Thronfolger und Kaisergattinnen belegen eindrucksvoll die fortlaufende Reduzierung der Münzen von einer 25 g schweren und über 30 mm großen Messingmünze zu einer kaum noch 10 g wiegenden Kupfermünze mit einem Durchmesser von nur noch 25 mm. Die Münzverschlechterung zeigte sich wie folgt: aus den Messingmünzen Dupondius und Sesterz wurden allmählich reine Kupfermünzen; das Gewicht des Sesterzen wurde kontinuierlich verschlechtert; der Denar wurde durch den Doppeldenar (Antoninian) ersetzt und dessen Silbergehalt drastisch reduziert; der Aureus verlor an Gewicht, die Prägung ging insgesamt erheblich zurück. Gleichzeitig ließ die künstlerische Qualität der Prägungen deutlich nach, zierten die frühen Ausgaben noch naturalistische Porträts des jeweiligen Kaisers, so zeigen die späten Prägungen im Grunde schematisierte Abbilder des Herrschers.

 

Dirham der Umayyaden-Dynastie

Dirham der Umayyaden-Dynastie (Postreform). Avers: Innen das islamische Glaubensbekenntnis (Kalima), Umschrift: „Im Namen Allahs, …“ (Bismillah) „geprägt wurde dieser Dirham in Wasit im Jahre drei und neunzig“; Revers: Innen Sure 112 (ein Vers aus dem Koran), Umschrift: Sure 48:29.1 und 9:33

 

Im März gab Christian Bruennlein, Bremen, eine „Einführung in die islamische Numismatik“. Er gab in seinem ersten Vortrag eine fundierte Einführung in sein Sammelgebiet. Natürlich benötigt man zum Verständnis der islamischen Numismatik einige geschichtliche, kulturelle und sprachliche Grundlagen. Die frühen islamischen Münzen orientierten sich noch in Material, Gewicht und Aussehen an den Münzen anderer Reiche und Herrscher. So finden sich islamische Münzen, die auf den ersten Blick sasanidisch oder byzantinisch wirken. Erst auf den zweiten Blick bemerkt man die arabische Inschrift. Diese Münzen zeigen auch noch bildliche Darstellungen, die nach späterer islamischer Auffassung nicht mehr zulässig sind. Unter dem Kalifen Abd al-Malik fand in den Jahren 77 H-84 H (696-703 n. Chr.) eine Münzreform statt. Ab dieser Zeit finden sich nur noch ,echte‘ islamische Münzen. Diese Postreformmünzen zeigen keine bildlichen Darstellungen mehr. Den so freigeworden Platz füllte man mit Schrift und schuf so einen Münztyp, der bis heute existiert.

 

        Erzbischöflicher Bremer Dreier 1562 AV        Erzbischöflicher Bremer Dreier 1562 REV    

   Erzbischöflicher Bremer Dreier 1562, ohne Münzstättenangabe, Münzmeister Konrad Hundt.

 

 Im April nach der Jahreshauptversammlung stellte Heiko Donau, Bremen, „Kleinmünzen der Braunschweiger Münzgenossen“ vor, Dreier (3-Pfennig-Stücke) der Herzöge zu Braunschweig und Lüneburg. Diese Münzen wurden von 1555 bis 1569 durch den Niedersächsischen Reichskreis emittiert. Besonders interessant war ein Dreier aus dem Jahre 1562, der bei Welter Heinrich dem Jüngeren von Wolfenbüttel zugewiesen ist. Bei der Herstellung der Stempel wurde eine Punze benutzt, die Heiko Donau dem Münzmeister Konrad Hundt zuweist. Da Konrad Hundt zu dieser Zeit nachweislich für den Bremer Erzbischoff tätig war, legt Heiko Donau das Stück nach Bremen. Sollte sich diese Zuweisung durch weitere Belege erhärten, wäre es eine kleine Sensation.

59. NMT

59. Norddeutsches Münzsammlertreffen in Bremen

Nachlese

Am 23. und 24. Mai 2014 fand in ..Bremen unter dem Motto „navigare necesse est" das 59. Norddeutsche Münzsammlertreffen mit ca. 100 Teilnehmern statt. Die Bremer Numismatische Gesellschaft richtete das Treffen mit Hilfe vieler Helfer aus dem Verein und mit großer logistischer Unterstützung des Bremer Fockemuseums aus. Sowohl im Bremer Rathaus (dort mit Verleihung des Walter-Hävernick-Preises, siehe Extrabericht in diesem NNB) als auch in einem im Parkgelände des Fockemuseums wiederaufgerichteten alten Bauernhaus lief ruhig und entspannt und von den Bremer Freunden immer bestens umsorgt das beachtliche Tagungsprogramm ab (abgedruckt im NNB 4/2014, S. 127 f.). Unter den Gästen war auch der Dresdner Medailleur Peter-Götz Güttler, der in seinem Gepräck die Tagungsmedaille mitbrachte, auf der er Tagungsthema und Ausrichter ins rechte Licht setzte.

 

Auf der Vorderseite ist das Thema „NA-VIGARE NECESSE EST ..." als Umschrift zu lesen, dazu „1661 BREMEN", was darauf hinweist, dass dieses Plutarch-Zitat 1661 bereits ein Bremer Stadttor schmückte. Als weiteren Umschriftteil liest man noch „SEGELSCHIFF RAINBOW-WARRIOR 3". Die Rainbow Warrior III ist das jüngste, erst 2011 in Dienst gestellte Motorsegelschiff der Umweltorganisation Greenpeace. Das hochmoderne Schiff mit Helikopterlandeplatz kann mehrere Monate auf See bleiben. Nach dem Rohbau in Danzig erhielt es den Motor und seine komplexe Ausstattung auf der Fassmer-Werft in Berne-Motzen an der Unterweser, wo es am 4. Juli 2011 erstmals zu Wasser gelassen wurde. Güttler zeigt das Schiff, dessen Einsatz dem Umweltschutz dient, unter vollen Segeln in kräftiger See am Leuchtturm Hohe Weg, mit 36 m das älteste feste Leuchtfeuer am westlichen Fahrwasserrand der Außenweser. Das der Schifffahrt dienende Leuchtfeuer hat Güttler als goldenen Lichtstrahl quer über die Medaille gezogen. Die andere Medaillenseite wird beherrscht von der Flagge der Hansestadt, sie weht vor einer Ansicht der Innenstadt mit dem Markt und seiner wunderschönen Bebauung, darunter angeführt von einer großen „59." in 5 Zeilen NORD-DEUTSCHES / MÜNZSAMMLER-TREFFEN / IN BREMEN / VOM 23.-24.5. / •2014• und als kleinen Umschriftbogen BREMER NUMISMATISCHE GESELLSCHAFT E.V. Im linken Abschnitt befindet sich das Logo der Deutschen Numismatischen Gesellschaft, es erinnert hier durch die umgebenden Buchstaben D N G fast an einen Kompass (durch die Welt der Münzensammler und Münzenforscher), wobei das N eben auch für Norden stehen könnte.

Rainer Albert

 

Programm

 

Freitag 23. Mai 2014

Bremen, Bremer Ratskeller

Empfang und kleiner Umtrunk

 

Festvortrag  Hans Kloft, Wittheit zu Bremen: Pecunia non olet - Von der sinnlichen Dimension des Geldes

 

Verleihung des Walter-Hävernick-Preises durch die Numismatische Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland

 

Abendessen, Buffet mit reicher Auswahl

 

Samstag, 24. Mai 2014

Bremen, Fockemuseum

 

Begrüßung und Eröffnung

 

Bernd Weisser, Staatliche Museen zu Berlin: Priene, eine hellenistische Hafenstadt an der Mäanderbucht in Kleinasien

 

Rainer Albert, Numismatische Gesellschaft Speyer: 31 v. Chr. oder Der Kampf um die Welt

 

   Führung durch das Fockemuseum

 

  Mittagsimbiss im Fockemuseum

 

Manfred Mehl, Verein der Münzfreunde in Hamburg: Prachtvolle Brakteaten und das Problem der Münzverrufung

 

Lutz Ilisch, Universität Tübingen; Forschungsstelle für Islamische Numismatik: Osmanisches Gold im Dreißigjährigen Krieg

 

Ulf Dräger: Landesmünzkabinett Sachsen-Anhalt: Medaillen der Wirtschaft

 

 Abendessen im Restaurant Gödekens

 

Sonntag, 25. Mai 2014

Hafenrundfahrt Es besteht die Möglichkeit an einer Hafenrundfahrt teilzunehmen. Abfahrt am Martinianleger am Schlachte-Ufer.

 

Publikationen

 

Aus der Serie: "Bremer Beiträge zur Münz- und Geldgeschichte"

Seit nunmehr 27 Jahren veröffentlicht die Bremer Numismatische Gesellschaft Bücher mit Themen der Numismatik.

In diesem Jahr (2024) wird Band 13 in deutscher Sprache erschienen.

Inhaltsverzeichnisse der Hefte 1-12  [ hier]  externer Link (https://www.bng-bremen.de/veröffentlichungen/)

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